Master-Bachelor-Korrektur
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Die richtigen Einträge im Abkürzungsverzeichnis

Manche Verfasser schreiben stur alle Abkürzungen nach dem Motto „jede verwendete Abkürzung gehört auch ins Abkürzungsverzeichnis“ in selbiges. Das sieht zwar nach mehr aus, ist aber trotzdem nicht unbedingt die beste Idee.

Eigentlich sollte in wissenschaftlichen Arbeiten mit so wenigen Abkürzungen wie möglich gearbeitet werden. Je nach Art der Arbeit kann die zahlreiche Verwendung von Abkürzungen jedoch mehr oder weniger stark nötig sein. In diesem Fall wird beim ersten Auftauchen eines neuen Begriffs die Langfassung mit Abkürzung in Klammern dahinter geschrieben – und im weiteren Verlauf nur noch die Abkürzung ohne Klammern.

Desoxyribonukleinsäure (DNS) hat 22 Buchstaben. DNS besteht …
Immer dann, wenn es die Lesefreundlichkeit erhöht, ist das Verwenden von Abkürzungen opportun, z. B. wenn lange Fachbegriffe besonders häufig vorkommen. Das Abkürzungsverzeichnis nun soll dem Leser der Arbeit das Verständnis des Textes erleichtern. Trifft er später noch einmal auf das Kürzel DNS, soll er es schnell nachschlagen können, wenn der Zusammenhang nicht mehr bekannt ist.

Allgemein übliche und bekannte Abkürzungen

z. B., d. h., vgl., etc., u.a., usw. …
gehören daher nicht ins Abkürzungsverzeichnis, denn das würde die Übersichtlichkeit verringern, ohne dabei einen Vorteil zu bieten. Denn allgemein übliche Abkürzungen regulärer Wörter dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. Ins Abkürzungsverzeichnis gehören somit nur die Kurzformen von verwendeten Fachbegriffen – und keine Abkürzungen, die auch in normalen Wörterbüchern stehen.

Wenn Zweifel bestehen, was eine bekannte Abkürzung ist und was nicht, ist eine Gegenprobe einfach: Wenn die Abkürzung im Text nicht in Klammern auftaucht (erklärend beim erstmaligen Auftauchen des ausgeschriebenen Begriffs), dann gehört sie recht wahrscheinlich auch nicht ins Abkürzungsverzeichnis. Das korrekte Motto lautet also im Wesentlichen: „Die in Klammern erklärten Abkürzungen gehören ins Abkürzungsverzeichnis.“

Natürlich müssen auch Abkürzungen wie DNA oder DNS nicht wirklich erklärt werden, doch je nach Kontext können sie durchaus etwas Unterschiedliches bedeuten (Biologen und Informatiker verstehen unter DNS oft nicht dasselbe). Nichtsdestoweniger ist die Vollständigkeit des Abkürzungsverzeichnisses daher ein formales Kriterium. Es kommt darauf an, dass der Inhalt im Zweifel eindeutig verständlich ist. Auf die Vollständigkeit aller fachlichen Abkürzungen ist somit unbedingt zu achten. Wenn man sich nicht ganz sicher ist: Lieber eine Abkürzung zu viel als eine zu wenig im Verzeichnis.

¹ Standort: http://www.master-bachelor-korrektur.de/abkuerzungsverzeichnis.php.
² Letzte Änderung: 11.04.2016, 00:06.
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