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Die „richtige“ Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit

Strenge Vorschriften, wie eine wissenschaftliche Arbeit aufgebaut sein muss, gibt es in der Regel nicht. Idealerweise ist der Wissenschaftler ein freier Geist und handelt dementsprechend – entscheidet also eigenverantwortlich, in welcher Reihenfolge ein Abschnitt logischerweise am besten passt. Dennoch haben sich natürlich Konventionen gebildet, die zur guten wissenschaftlichen Praxis gehören. Je nach Fachbereich unterscheiden sich diese oft leicht voneinander. Die Beachtung dieser Konventionen fordern die Hochschulen von ihren Studenten.

Die typische Reihenfolge sieht – fächerübergreifend – in etwa so aus:

• Titelblatt
• (Vorwort, Danksagung)
• Zusammenfassung, Abstract
• Inhaltsverzeichnis
• (Abkürzungsverzeichnis)
• (Abbildungsverzeichnis)
• (Tabellenverzeichnis)
• Einleitung/Hauptteil/Zusammenfassung
• Literaturverzeichnis
• (Anhang)
• (Eidesstattliche Erklärung)

Diese Struktur ist nicht in Stein gemeißelt. Wenn der jeweilige Fachbereich keine verbindlichen Vorschriften erlässt, gibt es auch in der Reihenfolge der Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit Spielraum – man macht nichts falsch, wenn man einzelne Abschnitte nicht exakt in der hier beschriebenen Anordnung unterbringt. Deshalb ist auch meist von Richtlinien die Rede, nicht von Vorschriften.

So kann man das Abbildungsverzeichnis (und Tabellenverzeichnis etc.) statt hinter das Inhaltsverzeichnis z. B. auch hinter dem Literaturverzeichnis platzieren. Auch eine Danksagung lässt sich ans Ende der Arbeit statt an den Anfang stellen. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis lassen sich wiederum vertauschen, das Abkürzungsverzeichnis auch weiter nach hinten stellen. Im Zweifel ist es jedoch besser, sich so nah wie möglich an der üblichen, verbreitetsten Gliederung zu orientieren.

Hier alle gängigen Möglichkeiten im Einzelnen:

Titelblatt
nur auf der ersten Seite
Danksagung
direkt hinter die Titelseite, hinter den Abstract oder ganz ans Ende
Vorwort
hinter die Titelseite
Zusammenfassung, Abstract
vor das Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
nach dem Abstract, vor Abbildungs-/Tabellenverzeichnis, ggf. Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
hinter das Inhaltsverzeichnis, vor das Literaturverzeichnis oder hinter das Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
nach dem Inhaltsverzeichnis oder nach dem Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
hinter das Inhaltsverzeichnis oder hinter das Literaturverzeichnis
Einleitung/Hauptteil/Zusammenfassung
nach dem Inhaltsverzeichnis bzw. Abbildungsverzeichnis/Tabellenverzeichnis/Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
nach dem Hauptteil, vor evtl. Anhänge oder (selten) ganz ans Ende
Anhang
nach dem Literaturverzeichnis oder vor dem Literaturverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung
ganz ans Ende der Arbeit oder ganz nach vorne, vor den Abstract
Sperrvermerk
hinter das Deckblatt, vor den Abstract

Bestandteile, die im konkreten Fall nicht benötigt werden (z. B. Abkürzungsverzeichnis in einer Arbeit ohne fachsprachliche Abkürzungen, Tabellenverzeichnis in einer Arbeit ohne Tabellen), lässt man selbstverständlich weg.

Wie die Seitennummerierung entsprechend der Gliederung üblicherweise vorgenommen wird, haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

¹ Letzte Änderung an diesem Text: 11.04.2016, 00:06.
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